Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Glossar
Inhaltsverzeichnis

Durch die Einnahme von Antibiotika ausgelöste Nebenwirkungen können von milden Beschwerden bis hin zu schweren gesundheitlichen Problemen reichen und variieren je nach Art des Antibiotikums und der individuellen Reaktion des Patienten.

Gastrointestinale Beschwerden nach der Einnahme von Antibiotika

  • Übelkeit und Erbrechen: Häufig bei vielen Antibiotika, insbesondere bei Makroliden (z.B. Erythromycin) und Tetracyclinen.

  • Durchfall: Kann durch das Abtöten der normalen Darmflora verursacht werden. Schwere Fälle können zu pseudomembranöser Kolitis führen, die durch Clostridium difficile (C. diff) ausgelöst wird.

Hautreaktionen als Nebenwirkung von Antibiotika

  • Hautausschläge: Häufige allergische Reaktion, besonders bei Penicillinen und Sulfonamiden.

  • Juckreiz: Kann zusammen mit Hautausschlägen auftreten.

  • Stevens-Johnson-Syndrom: Eine seltene, aber schwerwiegende Hautreaktion, die zu schmerzhaften Blasen und Hautablösungen führt.

Allergische Reaktionen nach Antibiotika-Einnahme

  • Anaphylaxie: Eine seltene, aber lebensbedrohliche allergische Reaktion, die zu Atembeschwerden, Schwellungen und einem plötzlichen Blutdruckabfall führen kann.

  • Angioödem: Schwellung der tieferen Hautschichten, oft im Gesicht und an den Extremitäten.

Hepatotoxizität

Leberfunktionsstörungen: Einige Antibiotika, wie z.B. Amoxicillin/Clavulansäure und Erythromycin, können Leberentzündungen oder -schäden verursachen, die sich durch Gelbsucht, dunklen Urin und Bauchschmerzen äußern.

Nephrotoxizität

Nierenschäden: Antibiotika wie Aminoglykoside (z.B. Gentamicin) und Vancomycin können die Nierenfunktion beeinträchtigen, was durch verminderte Urinausscheidung und erhöhte Kreatininwerte im Blut erkennbar ist.

Ototoxizität

Gehörschäden: Antibiotika wie Aminoglykoside können das Gehör schädigen, was sich durch Tinnitus (Ohrgeräusche) oder Hörverlust äußern kann.

Neurologische Effekte, die durch Anitbiotika ausgelöst werden können

  • Kopfschmerzen und Schwindel: Können bei verschiedenen Antibiotika auftreten.

  • Krämpfe: Selten, aber möglich bei hohen Dosen von Penicillinen oder bei prädisponierten Patienten.

Blutbildveränderungen durch Antibiotika

  • Leukopenie: Verringerung der weißen Blutkörperchen, was das Infektionsrisiko erhöht.

  • Thrombozytopenie: Verringerung der Blutplättchenzahl, was zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann.

Superinfektionen

  • Pilzinfektionen: Durch Candida-Arten, häufig im Mund (Mundsoor) oder in der Vagina (Vaginalmykose).

  • Resistente Bakterien: Übermäßiger Gebrauch von Antibiotika kann zur Entwicklung von multiresistenten Keimen führen, die schwer zu behandeln sind.

Risikofaktoren bei der Einnahme von Antibiotika

  • Alter: Ältere Menschen und Kinder sind anfälliger für Nebenwirkungen.

  • Vorerkrankungen: Bestehende Leber- oder Nierenerkrankungen erhöhen das Risiko.

  • Allergiegeschichte: Personen mit bekannten Allergien gegen bestimmte Antibiotika sollten diese vermeiden.

Prävention und Management der Antibiotika-Einnahme

  • Richtige Anwendung: Antibiotika sollten nur bei bakteriellen Infektionen und gemäß ärztlicher Verschreibung eingenommen werden.

  • Überwachung: Regelmäßige Kontrollen bei Langzeitanwendung oder bei Patienten mit erhöhtem Risiko.

  • Probiotika: Können helfen, die normale Darmflora wiederherzustellen und Durchfall zu verhindern.