Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
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Das Projekt wurde von der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen entwickelt. Beim Kick‑Off trafen sich rund 40 Studierende und knapp 50 niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte auf dem Medizincampus.

Unter Anleitung erfahrener Mentorinnen und Mentoren sollen Studierende Einblicke in zahnärztliche Praxen erhalten und bereits während des Studiums berufliche Orientierung gewinnen. Die Initiative möchte Studierende auch dazu ermutigen, eine Niederlassung in Sachsen – insbesondere auf dem Land – in Betracht zu ziehen.

Hintergrund: Viele Zahnärzte gehen in den Ruhestand

Die Region steht in den kommenden Jahren vor einem demografischen Einschnitt. Zahlreiche Zahnärztinnen und Zahnärzte erreichen das Ruhestandsalter. Die Projektleitung möchte daher früh Nachwuchs für die ambulante Versorgung begeistern und ihnen die notwendigen Grundlagen vermitteln.

Das begleitende Curriculum umfasst Themen wie:

  • Praxisgründung und Übernahme

  • Praxismanagement und Patientenkommunikation

  • Abrechnung und Betriebswirtschaft

  • Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

  • Workshops zur Businessplan‑Erstellung

Laut einer internen Befragung unter Leipziger Absolventinnen und Absolventen könnten sich bereits heute fast die Hälfte vorstellen, nach dem Studium in Sachsen zu bleiben – darunter auch im ländlichen Raum.

Frühe Praxiserfahrungen schon ab dem ersten Semester

LEIPIZ richtet sich an Zahnmedizin‑Studierende aller Jahrgänge mit Interesse an einer späteren Niederlassung. Praxistage und Mentoring beginnen auf Wunsch bereits im ersten Semester. Die ersten Praktika können schon in den kommenden Wintersemesterferien stattfinden. Ziel des Projekts ist es, den Übergang zwischen Universität und ambulanter Versorgung zu erleichtern und frühzeitig berufliche Netzwerke aufzubauen.

Vorbild LeiKA: Erfolgreiches Leipziger Modell wird übertragen

LEIPIZ orientiert sich am „Leipziger Kompetenzpfad Allgemeinmedizin“ (LeiKA), der seit 2016 erfolgreich Studierende für die ambulante Medizin begeistert. Aktuell werden dort rund 190 Studierende von über 100 Mentorinnen und Mentoren betreut. Die Erfahrungen aus LeiKA fließen nun in das neue zahnmedizinische Lehrprojekt ein.

Landzahnarztquote soll Versorgung sichern

Am 3. Dezember 2025 wurde in Sachsen das Gesetz zur Landzahnarztquote verabschiedet. Es ermöglicht künftig ein Zahnmedizinstudium außerhalb des Numerus‑Clausus-Verfahrens .Ab dem Wintersemester 2026/27 sollen 8,1 Prozent der 109 sächsischen Zahnmedizin‑Studienplätze (vier in Leipzig, vier in Dresden) an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich für eine spätere Tätigkeit im ländlichen Raum verpflichten. Die Auswahl erfolgt über ein strukturiertes Verfahren, das neben Noten auch Praxiserfahrung und soziales Engagement berücksichtigt.

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