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Praxisgründung: Zahnärztinnen bevorzugen Einzelpraxis

von Judith Meister

Zahnärztin behandelt kleinen Jungen.
Foto: pixabay.com/de +jarmoluk

Zahnärztinnen sind Einzelkämpferinnen – wenn sie überhaupt den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Ganz anders ist das Geschäftsgebaren ihrer männlichen Kollegen, wie eine aktuelle Analyse beweist.

Kurzfristig sah es danach aus, als würden Zahnärztinnen in Sachen Gründung mit ihren männlichen Kollegen gleichziehen. Doch nun belegen aktuelle Zahlen der apoBank: Der er Anteil der Frauen bei zahnärztlichen Existenzgründungen geht wieder zurück: Lag er im Jahr 2019 noch bei 51 Prozent, verzeichneten die Statistiker im Jahr 2020 wieder eine spürbaren Rückgang.  Inzwischen liegt der Anteil der Gründerinnen nur noch bei 47 Prozent.

Bei den angestellten Berufsträgern stellen Frauen mit 60 Prozent hingegen die klare Mehrheit. Damit entscheiden sich Zahnärztinnen also im Verhältnis deutlich seltener für die eigene Praxis als ihre männlichen Kollegen. Allerdings gibt es bei der Quote große regionale Unterschiede.
Mit stolzen 62 Prozent führen die Zahnärztinnen im Osten der Republik die Gründerstatistik an.  Im Süden hingegen wagen die Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit am seltensten: Hier lag der Anteil der Gründerinnen im Jahr 2020 nur bei 36 Prozent.

Frauen geben mehr Geld für die Praxis aus

Doch nicht nur beim „Ob“ der Gründung machen die Statistiker Unterschiede zwischen den Geschlechtern aus. Auch das „Wie“ unterscheidet sich. Frauen übernehmen gern kleinere Praxen zu niedrigeren Kaufpreisen: Sie gaben für die Übernahme einer Einzelpraxis im Durchschnitt 162.000 Euro aus, Männer investierten im Mittel rund 251.000 Euro – und zahlten damit einen Kaufpreis, der rund 55 Prozent höher lag. Dafür investieren Frauen nach dem Kauf mehr in ihre Praxis mehr als Männer: Mit 170.000 Euro lagen sie hier über den Durchschnittsinvestitionen der Männer und gaben im Schnitt sogar mehr für die eigentliche Praxisübernahme aus als ihre Kollegen.

„Losgelöst von Höhe des Kaufpreises zeigen die hohen Investitionen, dass die Existenzgründer insgesamt großen Wert darauf legen, ihre neue Praxis individuell auszustatten und auf den neuesten Stand der Technik zu bringen“, sagt Daniel Zehnich, Bereichsleiter Konzernstrategie und Gesundheitsmarkt bei der apoBank.

Am liebsten alleine …

Und es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit in Sachen Gründung: Sowohl Frauen als auch Männer gründen am liebsten Einzelpraxen. Bei den Zahnärztinnen ging nur jede fünfte eine Kooperation ein. Dafür gründen die Männer deutlich früher als ihre Kolleginnen. Das Durchschnittsalter bei der Praxisgründung lag im Jahr 2020 bei 35,2 Jahren, die Hälfte war sogar jünger als 35. Zahnärztinnen hingegen lassen sich mehr Zeit, bevor sie ihre eigene Praxis eröffnen. Sie waren im Schnitt 37,2 Jahren als, knapp jede dritte war 40 Jahre oder älter.

Zum Verfahren: Der Analyse 2020 liegt eine Stichprobe von rund 360 durch die apoBank begleiteten und auswertbaren zahnärztlichen Existenzgründungen zugrunde. Die Auswertung erfolgte anonymisiert.

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