Drei Fragen an... Katrin Egenberger
Carmen BornflethWir stellen regelmäßig drei kurze Fragen an Persönlichkeiten aus der Dentalbranche. Diesmal im Interview: Katrin Egenberger, Geschäftsführerin PKV Institut.
Frau Egenberger, warum arbeiten immer mehr Quereinsteigende in Praxisteams?
Der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten ist ebenso wie der Beruf der Medizinischen Fachangestellten als Ausbildungsberuf sehr beliebt. Zugleich zählen beide zu den so genannten Engpassberufen: Viele Zahnarztpraxen suchen händeringend nach ZFAs, finden aber keine. Immer mehr ZahnärztInnen öffnen sich deshalb auch für Fachkräfte, die sich beruflich neu orientieren und im Gesundheitswesen arbeiten möchten. Quereinsteigende schätzen unserer Erfahrung nach besonders die Vielfalt dieses anspruchsvollen Berufs und den gesellschaftlichen Beitrag, der in Zahnarztpraxen geleistet wird. Herausforderung sind für viele die medizinischen Fachbegriffe, die Kommunikation mit PatientInnen, der Umgang mit Wunden und Körperflüssigkeiten sowie Abrechnungs- und Verwaltungsthemen. Unser 2025 eingeführter, bis zu 100 % förderfähiger Fernlehrgang „Quereinstieg Zahnarztpraxis“ kann berufsfremden Kolleginnen und Kollegen sowie dem Praxisteam den gemeinsamen Start erleichtern. Weiterbildung ist dabei ein wichtiger Baustein – neben der strukturierten Einarbeitung in der Praxis.
Mit dem Fernlehrgang „Quereinstieg Zahnarztpraxis“ unterstützt das PKV Institut berufsfremde Neueinsteiger. Wie profitieren Zahnarztpraxen konkret von dieser Qualifizierung?
Unser Fernlehrgang, der berufsbegleitend oder vorbereitend absolviert werden kann, ersetzt natürlich nicht die dreijährige Berufsausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, aber er ist sehr nah an der Praxis. Nach Abschluss kennen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele wichtige medizinische und verwaltungstechnische Fachbegriffe, haben aktuelles Vorwissen zum Thema Abrechnung und sind insgesamt so gut auf die Arbeit in einer Zahnarztpraxis vorbereitet, dass sie sich leichter in den individuellen Praxisablauf einfinden und schrittweise eine echte Unterstützung im Team werden können. Praxisteams müssen jedoch beachten, dass ein neues Teammitglied, egal wie motiviert und engagiert, zunächst mehr Arbeit bedeutet und nicht weniger. Realistische Erwartungshaltungen sind wichtig, um Überforderung auf beiden Seiten zu vermeiden und gemeinsame Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Nach 4,5 Jahren im Beruf haben auch Quereinsteigende die Möglichkeit, die Prüfung zur ZFA vor der jeweiligen Landeszahnärztekammer abzulegen.
Quereinsteigende bringen oft Erfahrungen aus ganz anderen Branchen mit. Wie können Praxen diese Kompetenzen im Alltag sinnvoll nutzen – und worauf kommt es bei der Einarbeitung besonders an?
Die TeilnehmerInnen unseres Fernlehrgangs haben teilweise zuvor schon in einem Gesundheitsberuf gearbeitet, etwa im Krankenhaus oder in der Altenpflege. Andere kommen aus Handel, Logistik, Gastronomie oder Verwaltung. Praxisteams können von diesen Hintergründen deutlich profitieren, zum Beispiel, wenn er oder sie Berufserfahrung und einen besonderen Sinn für Prozessqualität oder Digitalisierung mitbringt. Eine an der Ausbildungsordnung orientierte Einarbeitung mit Rücksicht auf den Quereinstieg erleichtert den Start in den neuen Traumberuf zusätzlich. Bewährt hat sich auch Mentoring: Ein oder zwei erfahrene Teammitglieder übernehmen dabei die „Patenschaft“ für das neue Teammitglied und sind immer ansprechbar für Fragen und Probleme. Qualitätsmanagement ist ebenso ein wichtiger Faktor: Man muss die eigenen Prozesse sehr gut kennen und stellenweise auch anpassen, um zum Beispiel verwaltungstechnische Aufgaben sinnvoll abgeben und die Patientinnen und Patienten weiter wie aus einer Hand betreuen zu können. Wo es gelingt, Quereinsteigende mit einem klaren Aufgabenprofil ins Team zu integrieren, können diese auch ihre individuellen Kompetenzen aus anderen Branchen sinnvoll einbringen und einen echten Mehrwert für Team und Praxis leisten.