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Nachhaltigkeit sieht W&H vor allem unter den Synonymen „Beständigkeit“ und „Zukunftsfähigkeit“. Diese Prinzipien hat das Unternehmen daher auch in seiner Unternehmensstrategie verankert.

Frau Polanetz, welche Rolle spielen die Themen Klimawandel, Umweltschutz und Green Dentistry bei W&H?

Wir sind uns unserer Verantwortung der Umwelt, der Gesellschaft, unseren Kunden und unseren Mitarbeitern gegenüber bewusst und streben danach, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
In diesem Jahr haben wir unseren ersten W&H-Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, in dem wir transparent unsere Erfolge, aber auch Herausforderungen in Bezug auf eine ressourcenschonende Unternehmensführung offenlegen.

Welche nachhaltige Unternehmensstrategie verfolgen Sie?

Unser Unternehmensleitsatz lautet „We enjoy providing sustainable health solutions“. In diesem Satz steckt Vieles. Wir entwickeln und produzieren gemeinsam und mit Freude an der Sache Produkte und ganzheitliche Lösungen für den Medizinbereich. Damit möchten wir in erster Linie zur Gesundheitsförderung in der Gesellschaft beitragen. Eine gesunde Gesellschaft ist nur in einer gesunden
Umwelt möglich, daher verstehen wir Nachhaltigkeit auch im Sinne der ökologischen Ressourcenschonung. Gleichzeitig ist es unser Selbstverständnis, ein gesunder Arbeitgeber zu sein. Dauerhaftigkeit und Beständigkeit für künftige Generationen sind Grundpfeiler unseres Nachhaltigkeitsverständnisses.

Welche Auswirkungen hat die nachhaltige Unternehmensphilosophie auf den Lebenszyklus Ihrer Produkte?

Wir betrachten nachhaltige Aspekte von der Idee über die Beschaffung und die Produktion bis hin zum Aftersales. Bereits während der Produktentwicklung berücksichtigen wir definierte Nachhaltigkeitskriterien. Unser Eco-Design-Team versucht, die Umweltauswirkungen unserer Produkte gezielt zu minimieren. Dabei spielen beispielsweise Materialauswahl, Optimierung des Energieverbrauchs, Umweltauswirkung während des Transports und Wahl der Verpackung eine wichtige Rolle. Wir achten darauf, dass die Produkte eine lange Lebensdauer haben, servicier- und reparierbar sind. Unsere hohen Qualitätsansprüche zahlen dann auch in den Aspekt der Nachhaltigkeit und den geringen ökologischen Fußabdruck unserer Lösungen ein. Während der Nutzungsphase legen wir Wert darauf, dass die Produkte den Anforderungen unserer Kunden, was Design, Usability und Benutzerfreundlichkeit sowie Energie- und Ressourceneffizienz betrifft, entsprechen.

Haben Sie in letzter Zeit bauliche Veränderungen in Ihren Produktionsstätten vorgenommen?

Wir haben im September 2022 das größte Bauvorhaben in der W&H-Geschichte abgeschlossen: den W&H-Ausbildungscampus und die Erweiterung des Werks in Bürmoos. Drei neue Produktionshallen, das Meet&Eat – unser neues Betriebsrestaurant – und ein modernes Logistikcenter sind entstanden. Bei der Planung, Gestaltung und Errichtung der Gebäude haben wir die Aspekte nachhaltigen Bauens berücksichtigt, energieeffiziente Materialien verwendet, großen Wert auf die Innenraumqualität für das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter gelegt und auf eine gute Wärmedämmung gesetzt.

Bei allen Geräten und Anlagen haben wir Technik nach dem State of the Art verbaut, beispielsweise bei der Abwasseraufbereitungsanlage oder bei der Gebäudekühlung und der Heizung durch eine lokale Wärmepumpentechnologie.

Hat sich in den letzten Jahren etwas beim technischen Equipment und der Mobilität verändert?

Natürlich entwickelt sich auch dieser Bereich weiter. Wir versuchen hier vor allem und wann immer möglich Ressourcen einzusparen. Ein zentrales Thema in diesem Zusammenhang ist Kreislaufwirtschaft. Mit einem intelligenten Sammelsystem können wir 100% der Metallspäne, die in der Produktion anfallen, sortenrein trennen und anschließend recyceln. Mit dem neuen automatisierten internen Transportsystem gelingt uns ein überaus effizienter In-House-Transport. Aber auch durch die Zusammenlegung der Produktion auf einen Standort in Bürmoos sparen wir Wege und damit auch Energie und Treibstoff.

Strom ist eine wichtige Ressource. Wieviel verbrauchen Sie jährlich und aus welchen Quellen kommt der Strom?

Im Geschäftsjahr 2021/2022 haben wir rund 9.000 MWh Strom am Standort in Bürmoos verbraucht. Seit 2021 befinden sich auf unseren Dächern 1.800 Photovoltaikmodule. Mit der PV-Anlage konnten wir im selben Zeitraum rund 590 MWh selbst produzieren. Den restlichen Bedarf decken wir mit 100% zertifiziertem Ökostrom.

Was trägt zur Energieeffizienz von W&H bei?

Energieeffizienz erreichen wir durch unterschiedliche Maßnahmen. Dazu zählt unser Gebäudekonzept in Hinblick auf Beschattung, Belüftung und Dämmung, oder beispielsweise die effiziente Wärme-Kälte-Regelung über Wärmepumpen. Die Beleuchtung am Standort Bürmoos ist zu 100% LED-Beleuchtung. In der Fertigung setzen wir auf energieeffiziente Produktionsmaschinen, die im ECO-Modus den Energieverbrauch reduzieren. Auch unsere Mitarbeiter sensibilisieren wir in Hinblick auf energieeffiziente Verhaltensweisen am Arbeitsplatz.

Nachhaltigkeit ist für uns mit Beständigkeit und Zukunftsfähigkeit verbunden.

Pamela Polanetz, Sustainability Managerin bei W&H

Wo viel produziert wird und viele Menschen arbeiten, entsteht viel Müll. Wie ist das Abfallmanagement bei W&H geregelt?

Unser Abfallbeauftragter hat ein Abfallwirtschaftskonzept erarbeitet, das regelmäßig angepasst und optimiert wird. Grundsätzlich versuchen wir Müll möglichst zu vermeiden oder zu verringern, dazu haben wir eine Ressourcen- und Verbrauchsplanung implementiert. Wenn Abfall nicht vermieden werden kann, trennen wir ihn sortenrein und führen ihn anschließend der richtigen Entsorgung zu.

Wie nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit auf diesem nachhaltigen Weg? Und wie kommt das an?

Ich selbst gehöre zu einem interdisziplinären Umweltmanagement-Team bei W&H. Gemeinsam sorgen wir für die Verankerung unserer Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen und versuchen das Bewusstsein
für Umweltthemen bei den Kollegen zu stärken. In enger Zusammenarbeit mit der Eigentümerfamilie, der W&H-Geschäftsleitung und den Führungskräften nehmen wir eine Vorbildrolle in diesen Fragen ein.

Zusätzlich nutzen wir auch interne Kommunikationskanäle, die wir mit Nachhaltigkeitsbeiträgen bespielen. In den letzten Jahren haben wir eine deutliche Zunahme des Interesses unserer Kollegen am
Thema Nachhaltigkeit festgestellt. Viele sind mit Begeisterung dabei, wenn sie den Arbeitsalltag nachhaltig mitgestalten können.

Bekommen Sie Feedbacks von Kunden, die Ihr nachhaltiges Engagement positiv bewerten?

Ja, auch hier merken wir, dass das Thema immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Rahmen der letzten Kundenzufriedenheitsumfrage im Mai 2023 gaben mehr als 85% unserer Kunden an, zufrieden mit unseren Nachhaltigkeitsbemühungen zu sein. Auch auf Messen und Veranstaltungen bekommen wir sehr gutes Feedback, das freut uns natürlich.