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Der zunehmende bürokratische Aufwand in Deutschlands Zahnarztpraxen gefährdet nach Ansicht der zahnärztlichen Selbstverwaltung die Versorgung und die Attraktivität des Berufs. Mit einem aktualisierten Maßnahmenkatalog zum Bürokratieabbau wenden sich die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) jetzt mit deutlichen Forderungen an die Politik.

„Bürokratie vertreibt Zahnärztinnen und Zahnärzte aus der Versorgung“

KZBV-Vorstandschef Martin Hendges warnt, dass die stetig wachsende Regellast für viele Praxen kaum noch zu bewältigen sei. „Gute Rahmenbedingungen für die Zahnarztpraxen beinhalten auch eine schlanke Bürokratie“, betont er. Die aktuelle Situation sei ein maßgeblicher Grund dafür, dass sich immer mehr Zahnmedizinerinnen und -mediziner vorzeitig aus der Versorgung zurückzögen oder sich gegen eine eigene Praxis entschieden. Es brauche dringend politische Bereitschaft, um niederlassungsfreundliche Strukturen zu stärken.

Kritik an „sinnlosen Auflagen“

Auch die BZÄK sieht dringenden Handlungsbedarf. Vizepräsidentin Dr. Doris Seiz betont, dass Bürokratieabbau nicht gleichbedeutend mit geringeren Standards sei: „Keine Abstriche beim Schutz der Patientinnen und Patienten und unserer Teams, aber eine Streichung von Auflagen ohne klaren Nutzen.“

Als Beispiel nennt Seiz die externe Validierung von Thermodesinfektoren und Sterilisatoren – Geräte, die bereits im Praxisalltag bei jeder Charge intern geprüft werden. Die zusätzliche externe Kontrolle sei aus ihrer Sicht ein typisches Beispiel für überflüssige Bürokratie, die wertvolle Zeit und Ressourcen binde.

Maßnahmenkatalog soll Praxen spürbar entlasten

Der Maßnahmenkatalog „Gemeinsam Bürokratie abbauen!“ wurde umfassend überarbeitet und enthält konkrete Vorschläge zur Vereinfachung von Vorgaben in mehreren Bereichen, darunter:

  • Medizinprodukte und Röntgen

  • Abrechnungsprüfung

  • Digitalisierung und Dokumentation

  • Vorgaben der Selbstverwaltung

Erarbeitet wurde der Katalog unter anderem auf Basis einer Online-Umfrage unter Zahnärztinnen und Zahnärzten, die besonders belastende Pflichten aus ihrem Praxisalltag benannten.

Dokument online verfügbar

Die aktualisierte Fassung des Maßnahmenkatalogs kann ab sofort hier heruntergeladen werden.

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