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Zahn- und Zahnfleischinfektionen können sich ausbreiten

Die Sepsis-Stiftung warnt vor schweren Infektionen im Mundraum und deren möglichen Folgen. Infektionen an Zähnen oder am Zahnfleisch können sich demnach auf den Kieferknochen, Weichteile des Gesichts oder tiefe Halsregionen ausbreiten. Aufgrund der Nähe zu Atemwegen, großen Blutgefäßen und dem Gehirn könnten solche Infektionen rasch lebensbedrohlich werden.

Nach Angaben der Stiftung kann es zu einer Sepsis kommen, wenn der Körper eine Infektion nicht schnell und wirksam genug begrenzen kann. Sepsis sei ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall.

Bakteriämien nach Zahnbehandlungen meist harmlos

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Wie die Stiftung weiter ausführt, gelangen bei zahnärztlichen Eingriffen wie Zahnextraktionen, Parodontalbehandlungen oder professionellen Zahnreinigungen häufig Bakterien in den Blutkreislauf. Diese vorübergehende Bakteriämie sei in den meisten Fällen harmlos, da das Immunsystem die Erreger meist rasch und ohne Beschwerden beseitige.

Ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen sieht die Sepsis-Stiftung unter anderem bei Menschen mit Herzklappenerkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen oder in höherem Lebensalter.

Antiseptische Mundspülung kann Risiko senken

Nach Angaben der Stiftung bieten einige Zahnarztpraxen vor Behandlungen eine antiseptische Mundspülung an, meist mit Chlorhexidin. Studien zeigten, dass sich dadurch das Auftreten vorübergehender Bakteriämien verringern lasse. Auch die Dauer solcher Bakteriämien könne reduziert werden. Einen vollständigen Schutz biete diese Maßnahme jedoch nicht.

Vorsorge und Mundhygiene als zentrale Prävention

Als wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung nennt die Sepsis-Stiftung regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen, konsequente Mundhygiene und die frühzeitige Behandlung von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Diese Maßnahmen gehörten zu den wirksamsten Ansätzen, um schwere Infektionen im Mundraum und eine Sepsis zu verhindern.

Sepsis zählt zu den häufigen Todesursachen

Nach Angaben der Sepsis-Stiftung zählt Sepsis mit schätzungsweise 140.000 Todesfällen pro Jahr zu den häufigen Todesursachen in Deutschland. Rund 80 Prozent der Fälle entstünden außerhalb des Krankenhauses.

Sepsis-Risiko in der Zahnarztpraxis – Fragen, die Sie sich ab heute sollten

Identifizieren Sie vor invasiven Eingriffen systematisch Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko – etwa mit Herzklappenerkrankungen, Diabetes, Immunsuppression oder höherem Lebensalter?

Ist in Ihrer Praxis geregelt, wie Sie mit Patienten umgehen, bei denen Zeichen einer sich ausbreitenden Infektion vorliegen – und ab wann Sie eine sofortige Überweisung veranlassen?

Kennen Sie die aktuellen Empfehlungen der DGZMK zum Umgang mit Risikopatienten vor invasiven Eingriffen? Falls nicht: Ein Blick in die aktuellen Leitlinien lohnt sich.

Haben Sie Ihre Vorgehensweise bei Risikopatienten mit Ihrer Berufshaftpflichtversicherung besprochen – insbesondere im Hinblick auf Aufklärung und Dokumentation?

Wissen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche Symptome auf eine sich verschlechternde Infektion hindeuten können – und wie sie in solchen Fällen reagieren sollen?

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