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Mikroplastik meets Zahngesundheit: Warum Praxen auf BPA Produkte verzichten sollten

von D&W Redaktion

Löffel mit Microplastik
Foto: ukrolenochka - stock.adobe.com

In ihrer Kolumne „Bitte lächeln“ sprechen die niedergelassenen Zahnärztinnen Dr. med. dent. Juliane Becker und Dr. med. dent. Schamiem Stumpfe über Erfahrungen aus ihrem Praxisalltag. In dieser Folge geht es um den Einsatz von Mikroplastik und seine Folgen für die Zahngesundheit.

Kosmetikprodukte, Plastikflaschen, Coffee-to-go-Becher und eingeschweißtes Obst und Gemüse … Klingelt’s bei Ihnen?
Wie oft denken Sie an Mikroplastik? Klar, eine Doku darüber sieht man häufiger – aber hat es Einfluss auf Ihren (Praxis-)Alltag? Was eigentlich macht dieses Mikroplastik mit der Umwelt und mit unserem Körper? Wussten Sie, dass wir in Summe das Gewicht einer Kreditkarte an Mikroplastik zu uns nehmen? Und das pro Tag!

In einem WWF-Papier wird aufgezeigt, dass Mikroplastik mittlerweile in Wasser, Eis, Luft und Boden nachgewiesen wurde und man schätzt, dass jährlich etwa 3,2 Millionen Tonnen in die Umwelt gelangen. Das bedeutet, dass im Durchschnitt 212 Gramm Mikroplastik pro Woche (!) von jeder Person aufgenommen werden!

Gegen die Masse werden wir als Einzelperson sicherlich nichts tun können, denn die entsteht durch Emissionen aus der Abfallentsorgung, Abriebe von Reifen, Schusohlen und Infrastruktur (z.B. Straßen oder Baustellen), aber auch Verwehungen von Sportplätzen genannt (Quelle: Frauenhofer Umsicht Institut). Und da ist das Plastik in den Weltmeeren als größte Problemquelle noch gar nicht dabei!

Doch was hat das alles mit der Zahngesundheit zu tun und was können wir tun?

Warum Mikroplastik gefährlich für die Zähne ist

Die neue „Volkskrankheit“ bei Kindern und Jugendlichen heißt „Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation“ (MIH)– umgangssprachlich „Kreidezähne“. Der Zahnschmelz ist deutlich weicher als bei gesunden Zähnen und wird von den Betroffenen oftmals mit deutlicher Schmerzempfindlichkeit beschrieben. Die Zähne sind gelblich, gräulich verändert und somit auch in Hinblick auf die Ästhetik benachteiligt.

Von MIH betroffen sind nach Berichten ca. 30 % der Jugendlichen – verantwortlich hierfür wird unter anderem der Schadstoff Bisphenol A (BPA) gemacht. Das Vorkommen dieses Toxins ist in Trinkflaschen, Milchtüten, Dosenbehältern und Verpackungen nachgewiesen. Verboten ist es bisher nur in Babyflaschen.

Gibt es auch zahnärztlichen Umfeld zu bedenkende Themen?

Ja! Vor allem im Bereich der Schienentherapie macht es Sinn, sich mit verschiedenen Anbietern vertraut zu machen, die in der Produktion der Beissschienen auf BPA verzichten und somit ihre Prozesse nachweislich gesünder abwickeln. Schienen aus PMMA sind unbedenklich und verzichten auf Weichmacher.

Durch Wärme kann aus Kunststoffen BPA austreten, falls nicht gänzlich darauf verzichtet wurde, und dann in den Körper eindringen, um als Toxin wirken.

Fazit:
Man sollte beim Kauf von Produkten, die in Bezug zu unserer Ernährung stehen, wählerisch sein und letztendlich ganz auf BPA Produkte verzichten.

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Unsere Kolumnistinnen: Dr. Juliane Becker ist Zahnärztin und hat 2018 eine Bestandspraxis in Dießen am Ammersee übernommen. Dr. Schamiem Stumpfe ist Kieferorthopädin und hat seit Dezember 2019 ihre kieferorthopädische Praxis in Starnberg.

Weitere Folgen der Kolumne finden Sie hier.

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