Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Zahnmedizin
Inhaltsverzeichnis

Durch die Reduktion der erforderlichen Behandlungssitzungen von fünf (bei konventioneller Implantologie) auf zwei, die Verkürzung der Gesamtbehandlungsdauer inklusive prothetischer Versorgung auf etwa ein Drittel sowie die konsequente Vermeidung mehrfacher Verschraubungen im Implantatkörper hat das MIMI-Verfahren die Implantologie grundlegend und nachhaltig verändert.

Fallbeispiel 1

Sofortimplantate gehören inzwischen zum etablierten klinischen Alltag in Zahnarztpraxen. Im ersten Patientenfall erfolgte nach schonender Extraktion des Zahnes 36 die Implantation eines zweiteiligen  Champions® (R)Evolution-Implantats (Länge 10 mm, Durchmesser 4 mm). Parallel dazu wurde im Nachbarzimmer der extrahierte Zahn mithilfe des Smart-Grinder-Verfahrens (KometaBio) aufbereitet.

Das gewonnene Zahnmaterial enthält nachweislich mehr knochenwachstumsfördernde Faktoren (BMPs) als autologer Knochen. Unmittelbar nach der Röntgenkontrolle der Implantatposition wurde es krestal in die Restalveole eingebracht und mit einem BloodStop-Pflaster gesichert. Diese „Pflaster“ wandeln sich bereits nach etwa drei Minuten in ein klebriges, transparentes Gel um und werden innerhalb von 48 Stunden vollständig resorbiert, sodass auf eine Naht verzichtet werden kann (Abb. 1).

Seit nunmehr sechs Jahren verzichten wir konsequent auf das Nähen – denn: Die beste Naht ist keine Naht. Die definitive Kronenversorgung erfolgt bei solchen Sofortimplantaten nach etwa vier Monaten.

© Champions Implants

Patientenfall 1: Sofortimplantation mit Smart-Grinder-Verfahren.

Fallbeispiel 2

Zur Fixierung einer UK-Totalprothese wurden vier Implantate interforaminal mithilfe der MIMI-Technik eingesetzt. Dabei kamen einteilige Champions®-Implantate mit Kugelkopf und einem Durchmesser von 2,5 bzw. 3,0 mm zum Einsatz. Die MMT-Matrizen wurden im Rahmen der Sofortbelastung direkt in die bestehende Prothese eingearbeitet. Der gesamte Behandlungsablauf konnte in einer Gesamtzeit von lediglich 75 Minuten abgeschlossen werden (Abb. 2).

© Champions Implants

Patientenfall 2: Fixierung einer UK-Totalprothese.

Fallbeispiel 3

Durch die bewusste Vermeidung einer Periostlösung wird das Knochengewebe geschont und die langfristige Knochenernährung erhalten. Dies beugt Knochenabbau vor und unterstützt eine schnellere postoperative Regeneration. Ein weiterer Vorteil des patentierten zweiteiligen Champions® (R)Evolution-Implantats mit bakteriendichtem Innenkonus und integriertem Hexadapter liegt darin, dass Gingivaformer, scanbares Abformungstool und Abutment-Halteschraube in einem Bauteil vereint sind. Damit ist das Champions-System einzigartig und ideal auf die Anforderungen von MIMI abgestimmt.

Auch in ästhetischer Hinsicht setzt das System Maßstäbe: Mit keinem anderen Implantatsystem lässt sich ein harmonisches Emergence Profile so einfach und schnell realisieren. Innerhalb nur einer Woche können durch das einfache Aufstecken von sechs verschiedenen PEEK Gingiva-Clix individuelle Weichgewebsprofile gestaltet werden (Abb. 3).

© Champions Implants

Patientenfall 3: Harmonisches Emergenzprofil durch sechs PEEK Gingiva-Clix.

MIMI im Praxisalltag

Das Potenzial von MIMI in der täglichen Praxis ist enorm: Im Low-Speed-Bereich (30-70 U/min in der Spongiosa), grundsätzlich ohne Kühlung mit physiologischer Kochsalzlösung, unter Nutzung der kostenlosen CNIP-Navigation sowie der Champions® Position Guides, kommen konische Dreikant- und spezielle Zylinderbohrer mit krestaler Entlastung im harten Knochen sowie patentierte WS-Condenser (WS = grünes Winkelstück) im weichen Knochen zum Einsatz. Ob bei Sofortimplantationen (MIMI-0), lappenloser Distraktion schmaler Kiefer (MIMI-II) oder IDS-Sinusliften (MIMI-VI): Eine „normale“ Einbehandler-Zahnarztpraxis realisiert auf diese Weise durchschnittlich 250 bis 750 Implantate pro Jahr – inklusive der prothetischen Versorgungen.

Ein großer Teil der Versorgungen erfolgt zudem verschraubt auf Multi-Unit-Abutments. Durch das schnelle, unblutige und für den Patienten äußerst schonende MIMI-Verfahren werden Patienten zu überzeugten und begeisterten „Fans“ der Praxis.

Betriebswirtschaftliche Sicht

Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht überzeugt der Workflow von MIMI in Kombination mit den Champions®-Produkten: Bereits bei einer Einzelzahnimplantation lassen sich rund 900 Euro an Betriebskosten einsparen. Statt fünf Sitzungen mit einer Gesamtbehandlungszeit von mindestens 180 Minuten genügen zwei Termine mit insgesamt etwa 60 Minuten. Bei durchschnittlichen Praxiskosten von rund 450 Euro pro Betriebsstunde ergibt sich ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil – bei gleichzeitig besseren klinischen Ergebnissen. Zusätzlich wird das Innengewinde des Implantats geschont, da das mehrmalige Ein- und Ausschrauben von Verschlussschrauben, Gingivaformern und Abformungselementen durch den Shuttle entfällt. In einer einzigen, kurzen Patientenbehandlung von etwa 20 bis 35 Minuten – inklusive lokaler Infiltrationsanästhesie – wird das Implantat sanft, unblutig und mit minimaler Belastung von Weich- und Hartgewebe inseriert.

Fazit

Durch die deutliche Reduktion der Behandlungssitzungen, eine beschleunigte Heilungsphase sowie eine signifikante Verringerung von Schmerzen und Komplikationen hat sich MIMI als neuer Standard in der zahnärztlichen Implantologie etabliert. Wissenschaftliche Langzeitstudien belegen die nachhaltige Wirksamkeit und den hohen Erfolg des Verfahrens. MIMI unterliegt keinen medizinischen oder implantologischen Indikationseinschränkungen und wurde bereits 2013 mit dem Sensus Award als „Beste Innovation in der Medizin“ ausgezeichnet.

Future Dental Academy

Wer das Verfahren live im Rahmen einer Patientenoperation kennenlernen möchte, kann sich über die Website der Future Dental Academy anmelden. Es besteht dort die Möglichkeit, selbst Kavitäten aufzubereiten und Implantate zu inserieren. Auf diese Weise werden alle relevanten „Tricks & Kniffe“ praxisnah vermittelt – ergänzt durch parallel stattfindende Workshops.

Die minimalinvasive medizinische Implantation (MIMI) in Chirurgie und Prothetik stellt in Verbindung mit dem hierfür entwickelten Champions® Implantatsystem seit 2006 einen bedeutenden Fortschritt in der Implantologie dar. Für uns ist MIMI zu einem echten Game Changer in der zahnärztlichen Implantologie und Implantatprothetik geworden.

© Champions Implants

Dr. Armin Nedjat, Foto: Champions Implants

Der Autor: Dr. Armin Nedjat ist Experte für Implantologie & Implantatprothetik CIPC, Diplomate ICOI.

info@champions-implants.com
www.champions-implants.com

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