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Privatleistungen: Wo die meisten Zahnärzte Geld verschenken

von Judith Meister

Dokumentation und Abrechnung sollten in der Zahnarztpraxis Chefsache sein
Foto: Mohammad Hassan/Pixabay

Viele Praxen schöpfen das Abrechnungspotenzial für Privatleistungen nicht vollständig aus. Die Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber oft vermeiden. DENTAL & WIRTSCHAFT hat die häufigsten Fehlerquellen identifiziert – und zeigt, wie sie sich eliminieren lassen.

Hervorragende zahnärztliche Leistungen müssen adäquat vergütet werden. Oft allerdings stellen sich Praxisinhaber diesbezüglich selbst ein Bein. Das muss nicht sein! Wie sich hausgemachte Probleme bei der Abrechnung beheben lassen.

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

Eine leistungsgerechte Abrechnung beginnt mit der akribischen Dokumentation der Behandlung – und zwar in Echtzeit. Zahnärzte sollten daher dazu übergehen, jeden Handgriff zu kommentieren, damit die Stuhlassistenz auch wirklich alle Maßnahmen festhalten kann. Dieses Vorgehen hilft nicht nur, eine zutreffende Abrechnung zu erstellen, sondern verbessert die Position des Zahnarztes auch bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Patienten.

Fehlende Standards bei der Dokumentation

Selbst wenn der Zahnarzt den Behandlungsablauf klar beschreibt, kann es noch immer sein, dass die Assistenz ihn nur unvollständig festhält. Irritationen können sich zudem ergeben, wenn jede Mitarbeiterin ein eigenes System beim Mitschreiben verfolgt. Deshalb sollten Praxischefs zusammen mit der Belegschaft ein einheitliches System (inkl. Abkürzungsverzeichnis) entwickeln, dass sowohl für interne als auch externe Sachverständige nachvollziehbar ist.

Vertrauen ist gut. Kontrolle auch.

Niemand ist perfekt und kein System so gut, als dass es Fehler zu 100 Prozent ausschließt. Deshalb sollten Zahnärzte die Leistungserfassung zeitnah auf Vollständigkeit und Plausibilität kontrollieren. Auf diese Weise lassen sich fehlende oder unvollständige Aufzeichnungen nachtragen – und es entsteht ein Lerneffekt für beide Seiten.

Die Abrechnung  muss (auch) Chefsache sein

Der Schwerpunkt der zahnärztlichen Ausbildung liegt klar auf medizinischen Themen. Das ist zwar gut und richtig so, darf aber nicht dazu führen, dass Praxischefs die komplexe Abrechnung auf ihre Mitarbeiter auslagern. Jeder Zahnarzt sollte in der Lage sein, die Abrechnung auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Regelmäßige Fortbildungen in diesem Gebiet dürfen daher nicht nur dem nichtärztlichen Personal vorbehalten sein.

Das Mädchen für alles durch einen Spezialisten ersetzen

Das Telefon klingelt, das Wartezimmer ist voll, der Drucker streikt. Wenn eine ZFA sowohl an der Rezeption arbeiten als auch Patienten betreuen und die Abrechnung erstellen muss, sind Fehler programmiert. Praxisinhaber sollten daher auf eine klare Aufgabenverteilung innerhalb des Teams achten. Das ist nicht nur der Qualität in allen Bereichen zuträglich, sondern fördert idealerweise auch die Motivation der Mitarbeiter, die dadurch einen Expertenstatus erhalten. Allerdings sollten Zahnärzte darauf achten, dass sich für jedes Fachgebiet wenigstens zwei ZFA zuständig fühlen. Andernfalls droht das Chaos, wenn eine Fachkraft die Praxis verlässt, erkrankt oder in den Urlaub fährt.

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