Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Checklisten
Inhaltsverzeichnis

Prüfen, ob ein Medizinproduktebuch erforderlich ist

  • Ein Medizinproduktebuch ist Pflicht für alle aktiven nichtimplantierbaren Medizinprodukte der Anlagen 1 und 2 MPBetreibV Beispiele (typisch für Praxen): Autoklav, Thermodesinfektor, Defibrillator (AED), EKG-Gerät, Langzeit-Blutdruckmessgerät, Inhalationsgeräte (je nach Einstufung), Röntgengeräte

  • Für einfache Geräte wie digitale Fieberthermometer oder manuelle Blutdruckmessgeräte ist kein Medizinproduktebuch erforderlich.

Medizinproduktebuch anlegen und zugänglich machen

  • Pro Gerät ein eigenes Medizinproduktebuch führen

  • Entweder digital oder in Papierform – beides zulässig

  • Während der Arbeitszeit für Anwender jederzeit zugänglich

  • Sichere, nachvollziehbare Ablage (z. B. Geräteraum, QM-Ordner, digitales System)

Stammdaten des Geräts vollständig erfassen

  • Gerätebezeichnung nach DIMDI-Nomenklatur

  • Hersteller, Modell, Seriennummer

  • Zubehör (z. B. Kabel, Sonden, Softwarestände)

  • Standort des Geräts in der Praxis

  • Datum der Erstinbetriebnahme• Betreiber und verantwortliche Person

Geräteeinweisungen des Patienten dokumentieren

  • Name der eingewiesenen Person

  • Name des Einweisenden (Hersteller oder Befugter)

  • Datum der Einweisung

  • Unterschriften von Einweiser und Anwender

  • Art der Einweisung (persönlich, vor Ort, Herstellerkurs)

  • Wiederholungseinweisungen dokumentieren (falls vom Hersteller gefordert)

Prüfungen und Kontrollen eintragen

  • Sicherheitstechnische Kontrollen (STK)

  • Messtechnische Kontrollen (MTK)

  • Funktionsprüfungen

  • regelmäßige „visuelle Kontrollen“ dokumentieren (z. B. bei EKG, Defibrillator, Absaugung)

  • Datum, Ergebnis, Prüfungsunternehmen, verantwortliche Person eintragen

Wartungen und Reparaturen dokumentieren

  • Art der Wartung oder Reparatur

  • Datum der Durchführung

  • Firma/Techniker

  • Verwendete Ersatzteile

  • Hinweise des Herstellers oder Technikers

  • Funktionsfreigabe nach Wartung/Service dokumentieren

Störungen, Fehler und Vorkommnisse erfassen

  • Beschreibung des Problems

  • Datum und Uhrzeit

  • Betroffene Patienten (nur interne ID, keine personenbezogenen Daten)

  • Sofortmaßnahmen

  • Meldung an Hersteller oder Behörden (falls erforderlich nach Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung)

  • Zeitpunkt und Art der Behebung

  • Abschlussbewertung durch Betreiber

Aktualisierungen, Software-Updates und Änderungen erfassen

  • irmware- oder Softwareupdates (z. B. bei digitalen EKG-Geräten)

  • Austausch wesentlicher Komponenten

  • Veränderungen am Standort oder der Konfiguration

  • Hinweise des Herstellers dokumentieren

Aufbewahrungsfristen einhalten

  • Medizinproduktebuch muss nach Außerbetriebnahme mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden

  • Während der Betriebszeit jederzeit einsehbar

  • Alte Bücher nicht vernichten – auch nach Ersatzgerät weiterhin archivieren

Abgleich mit Bestandsverzeichnis durchführen

  • Medizinproduktebuch und Bestandsverzeichnis müssen übereinstimmen

  • Regelmäßige Überprüfung auf Vollständigkeit

  • Änderungen im Bestand sofort nachtragen

Regeln für interne Qualitätssicherung festlegen

  • Verantwortliche Person benennen

  • Regelmäßige Kontrolle aller Geräteakten

  • Prüf- und Wartungstermine in Kalender oder digitales QM-System eintragen

  • Team über Ablageort und Bedeutung informieren

Wichtiger Hinweis

Diese Checkliste dient zur korrekten Führung eines Medizinproduktebuchs nach MPBetreibV. Bei Unsicherheiten zu spezifischen Geräten oder Herstellerauflagen sollten die jeweiligen technischen Dokumentationen und gesetzlichen Grundlagen hinzugezogen werden.