Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Checklisten
Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung und Anforderungsanalyse

  • Bestehende Abläufe in Anmeldung, Behandlung und Verwaltung analysiert

  • Schriftlicher Anforderungskatalog erstellt (Muss‑ und Kann‑Kriterien)

  • Folgende Bereiche berücksichtigt:

    • Termin- und Ressourcenplanung

    • Behandlungsdokumentation und Befund

    • Röntgen‑, Foto- und Laborschnittstellen

    • KZV‑ und Privatabrechnung

    • Recall, Patientenkommunikation, Statistiken

  • Praxisgröße, Spezialisierungen und ggf. Mehrstandortstruktur in den Anforderungen abgebildet

  • Zeitliche und finanzielle Ressourcen für Auswahl und Einführung eingeplant

Auswahl der passenden Praxissoftware

  • Mindestens zwei bis drei Anbieter anhand des Anforderungskatalogs verglichen

  • Live-Demos oder Testversionen mit typischen Praxisfällen genutzt

  • Rückmeldungen des gesamten Teams (Anmeldung, ZFA, Verwaltung, Behandler:innen) eingeholt

  • Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit und Übersichtlichkeit der Oberfläche bewertet

  • TI‑Fähigkeit und KIM‑Anbindung geprüft

  • Schnittstellen zu vorhandenen Geräten (z. B. Röntgen, Intraoralscanner) und Systemen abgefragt

  • Referenzpraxen oder Erfahrungsberichte zum jeweiligen System berücksichtigt

Vertragsgestaltung und Rahmenbedingungen

  • Lizenzmodell (Kauf, Miete, Cloudlösung) verstanden und schriftlich dokumentiert

  • Vertragslaufzeit, Kündigungsfristen und Verlängerungsmodalitäten geprüft

  • Regelungen zu Wartung, Support und Update-Zyklen klar festgehalten

  • Datenhoheit vertraglich geregelt (Wer ist Eigentümer der Daten?)

  • Formate und Kosten für Datenexport bei Systemwechsel oder Praxisübergabe geklärt

  • Auftragsverarbeitungsvertrag (DSGVO) mit dem Anbieter abgeschlossen und abgelegt

Einführung und Datenmigration

  • Projektplan für die Umstellung erstellt (Meilensteine, Verantwortliche, Zeitplan)

  • Zu migrierende Daten definiert (Stammdaten, Behandlungsdokumentation, Röntgen, Dokumente)

  • Testmigration mit Stichprobenkontrolle auf Vollständigkeit und Richtigkeit durchgeführt

  • Strategie für den Parallelbetrieb von Alt- und Neusystem (falls erforderlich) festgelegt

  • Altdaten, die nicht migriert werden, klar gekennzeichnet und archiviert

  • Go-Live-Termin außerhalb der Hauptpatientenzeiten angesetzt

Benutzerverwaltung und Rechtekonzept

  • Individuelle Benutzerkonten für alle Mitarbeitenden erstellt (keine Sammel-Logins)

  • Rollen- und Rechtekonzept definiert (z. B. Anmeldung, Abrechnung, Behandler:innen, Admin)

  • Administratorenrechte auf wenige, klar benannte Personen begrenzt

  • Protokollierung von Zugriffen und relevanten Änderungen aktiviert (soweit möglich)

  • Standardprozesse für:

    • Anlage neuer Benutzer

    • Rechteänderungen

    • Deaktivierung bei Austritt festgelegt

Schulung und Anwendung im Praxisalltag

  • Einführungs-Schulung durch Anbieter oder IT‑Dienstleister für das gesamte Team durchgeführt

  • Nachschulungen für einzelne Funktionsbereiche (z. B. Abrechnung, QM, Controlling) organisiert

  • Onboarding-Konzept für neue Mitarbeitende erstellt (Checkliste „Einführung in die Praxissoftware“)

  • Interne Kurzanleitungen/Leitfäden für wiederkehrende Vorgänge vorhanden, z. B.:

    • Anlage von Neupatient:innen

    • Erstellen von Behandlungsplänen

    • Abrechnungsabläufe

  • Nutzung von Leistungsketten, Vorlagen und Textbausteinen für Standardbehandlungen etabliert

  • Regelmäßige Teamrunde zur Optimierung von Workflows in der Software eingeführt

Abrechnung, Controlling und Auswertungen

  • KZV‑ und Privatabrechnung im System vollständig eingerichtet und getestet

  • Prüfläufe und Plausibilitätskontrollen vor Abrechnungsabschluss genutzt

  • Standardauswertungen definiert, z. B.:

    • Monatsumsatz nach Behandler:in und Leistungsart

    • Recall‑Quote

    • Ausfall- und Nichterscheiner-Quote

  • Kennzahlen für Praxissteuerung regelmäßig abgerufen und besprochen

  • Exportmöglichkeiten zu Buchhaltung oder Steuerberater technisch und organisatorisch geklärt

Wartung, Support und Updates

  • Wartungsvertrag mit klaren Reaktionszeiten bei Störungen abgeschlossen

  • Interne Ansprechperson für Supportfälle benannt

  • Verfahren bei Störungen definiert (Dokumentation, Kontaktwege, Prioritäten)

  • Update-Strategie festgelegt:

    • Zeitpunkt (z. B. außerhalb der Sprechzeiten)

    • Information des Teams über Änderungen

    • ggf. kurze Nachschulung nach größeren Updates

  • Änderungsdokumentation des Herstellers (Release-Notes) wird regelmäßig geprüft

Datensicherung und Ausfallsicherheit

  • Regelmäßige Datensicherung (mindestens täglich) aller praxisrelevanten Daten eingerichtet

  • Backups automatisiert und mit Protokollierung versehen

  • Mindestens eine Datensicherung räumlich getrennt oder offline aufbewahrt

  • Testwiederherstellungen in definierten Abständen durchgeführt

  • Notfallplan für Softwareausfälle vorhanden (Papierprozesse, Notfallformulare, Nachdokumentation)

  • Team über das Vorgehen im Störungsfall informiert (wer macht was, wen anrufen?)

IT‑Sicherheit und Datenschutz im Zusammenhang mit der Praxissoftware

  • Nutzung der Praxissoftware in das IT‑Sicherheitskonzept der Praxis eingebunden

  • Zugriff auf die Software nur über abgesicherte Praxis- oder VPN‑Netze möglich

  • Fernwartungszugriffe dokumentiert und auf notwendige Fälle beschränkt

  • Zugriff auf besonders sensible Daten (z. B. Gutachten, Fotos, Gutachterfälle) zusätzlich eingeschränkt

  • Schulungen zu Datenschutz und IT‑Sicherheit regelmäßig durchgeführt und dokumentiert

Individuelle und regionale Anforderungen berücksichtigen

Diese Checkliste dient nur der allgemeinen Information zum Thema und bietet eine erste Orientierung zur Auswahl und Nutzung von Praxissoftware in der Zahnarztpraxis. Ergänzen Sie sie um Ihre individuellen Anforderungen, Besonderheiten Ihrer Fachausrichtung und die Vorgaben von Kammer, KZV und Aufsichtsbehörden.

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