KI in der Zahnarztpraxis – Ihre Einstieg in die neue Welt
Marzena SickingKünstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend Anwendung in Zahnarztpraxen – von Diagnostik über Prozesse bis zur Verwaltung. Diese Checkliste hilft Ihnen, strukturiert zu prüfen, wo KI sinnvoll ist und welche organisatorischen, rechtlichen und praktischen Schritte erforderlich sind.
Phase 1: Rechtliche Grundlagen & Verantwortlichkeiten klären
Grundlagen der regulatorischen Anforderungen
Ich kenne die grundlegenden Anforderungen an KI-Systeme im Gesundheitsbereich.
Ich weiß, dass KI‑Systeme je nach Einsatz unterschiedlich reguliert sein können.
Ich kann zwischen risikorelevanten Anwendungen (z. B. Diagnostik) und nicht‑medizinischen Workflow‑Tools unterscheiden.
Ich habe geprüft, ob ein geplantes KI‑System besondere Dokumentations‑ oder Prüfpflichten erfüllt.
Transparenz gegenüber Patienten ist organisiert (Hinweispflicht beim Einsatz von KI).
Interne Verantwortlichkeit festgelegt (z. B. Datenschutzbeauftragter, Projektleiter).
Datenschutz & Datensicherheit
Datenschutzfolgeabschätzung geprüft bzw. eingeplant.
Rolle des KI‑Anbieters geklärt (Auftragsverarbeiter / eigenständige Stelle).
Datenflüsse dokumentiert (Bilddaten, Patientendaten, Abrechnungsdaten).
Technische Schutzmaßnahmen bewertet (Verschlüsselung, Zugriffskontrolle).
Einwilligungs‑ oder Informationsprozesse angepasst.
Update- und Wartungspflichten des Systems geklärt.
Phase 2: Ist‑Analyse – Wo steht Ihre Praxis heute?
Digitale Grundausstattung prüfen
Praxissoftware ist aktuell und kompatibel mit Schnittstellen.
Digitale Bildgebung ist standardisiert (z. B. DVT, OPG, Intraoral).
Netzwerk & IT‑Sicherheit erfüllen Praxisstandards.
Cloud‑ oder On‑Premise‑Infrastruktur bewertet.
Team-Readiness ermitteln
Technikaffinität des Teams bewertet.
Schulungsbedarf erfasst.
Bedenken & Erwartungen im Team gesammelt.
Schmerzpunkte identifizieren
Hohe Zeitverluste in bildgebender Diagnostik?
Administrativer Aufwand steigt?
Terminbuchung / Recall ineffizient?
Patientenkommunikation aufwendig?
Abrechnung unvollständig oder fehleranfällig?
Phase 3: Potenzielle KI-Einsatzgebiete bewerten
Bereits etablierte Anwendungsfelder
Diagnostik & Bildauswertung (z. B. Karies, Knochenstrukturen)
Praxisorganisation & Terminmanagement
Automatisierte Dokumentation / Befundvorschläge
Abrechnungsunterstützung / Leistungsplanung
Teilweise verfügbare oder im Aufbau
Behandlungsplanung (z. B. Alignertechnik, Implantatplanung)
Qualitätsmanagement‑Automatisierung
KI‑gestützte Patientenkommunikation (Chatbots, Aufklärungstools)
Zukunftsfelder / Entwicklungen beobachten
Echtzeit‑Analyse während Eingriffen
Vollautomatische Abrechnungssysteme
KI‑gestützte Mitarbeitereinsatzplanung
Präventive Risiko‑Analytik für Patienten
Bewertungsfragen
Bringt die KI spürbare Entlastung?
Senkt sie Kosten?
Verbessert sie Diagnosesicherheit?
Optimiert sie Prozesse?
Passt sie zur Praxisgröße?
Phase 4: Auswahl & Bewertung konkreter Anbieter
Anbieter-Check
Mindestens 3 Anbieter geprüft
Funktionsumfang verglichen
Schnittstellen zur Praxissoftware geprüft
Referenzen & Bewertungen berücksichtigt
Technische & organisatorische Anforderungen
Cloud vs. On-Premise geklärt
Support & Servicelevel getestet
Updatezyklen und Weiterentwicklung sichergestellt
Datenschutz & Compliance
Vertrag zur Auftragsverarbeitung geprüft
Datenverarbeitung transparent
Audit- oder Prüfunterlagen verfügbar
Phase 5: Implementierung planen
Pilot‑Bereich definiert (z. B. nur Diagnostik oder nur Terminmanagement)
Zeitplan & Verantwortlichkeiten festgelegt
Team aktiv einbezogen (Workshops, Schulungstermine)
Erwartungen kommuniziert
Patiententransparenz sichergestellt (Hinweise, Aufklärung)
Dokumentation aktualisiert (z. B. Datenschutz, Prozesshandbuch)
Phase 6: Erfolg messen & skalieren
Erfolgskennzahlen definieren
Zeitersparnis (Vorher/Nachher)
Diagnosesicherheit / Zweitmeinungsquote
Terminauslastung
Patientenfeedback
Reduzierte Fehlerquoten (Dokumentation / Abrechnung)
Monitoring
Monatliche Evaluation
Rücksprache mit Team & Patienten
Technische Stabilität überwachen
Skalierung
Nach erfolgreichem Pilot: Roll‑out in weitere Praxisbereiche
Optional: Verknüpfung unterschiedlicher KI‑Tools für Gesamtsystem
Optional: Ergänzende Dokumente, die hilfreich wären
Kurzer Patientenhinweis „KI wird in unserer Praxis eingesetzt…“
Team-Policy zum KI‑Einsatz
Interne Prozessbeschreibung
Übersicht aller KI‑Systeme inkl. Datenflüsse