Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Praxisführung
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Patienten und Mitarbeiter informieren sich längst online

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist die Annahme, Social Media sei nur für junge Nutzer relevant. Tatsächlich sind laut Nutzungsanalysen von datareportal.com, theglobalstatistics.com und whatsthebigdata.com (Stand Frühjahr 2024) Millionen Menschen über 45, 55 und sogar 65 Jahren regelmäßig auf Social-Media-Plattformen aktiv. Sie informieren sich dort über gesundheitliche Themen, vergleichen Praxen und suchen Orientierung, bevor sie einen Termin vereinbaren. Auch zahnmedizinische und medizinische Fachangestellte verlassen sich bei der Arbeitgeberwahl inzwischen stark auf Social Media.

Damit wird sichtbar, dass sowohl Patienten als auch potenzielle Mitarbeitende die Inhalte einer Praxis längst aktiv wahrnehmen und in ihre Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Warum Social Media Vertrauen schafft, bevor ein persönlicher Kontakt entsteht

Die Entscheidung für eine Zahnarztpraxis basiert zu einem großen Teil auf Vertrauen. Patienten haben keine Expertise, um echte Qualität einschätzen zu können, also entscheiden sie nach Gefühl und Vertrauen. Menschen möchten wissen, wer sie behandelt, wie das Team miteinander umgeht und welche Atmosphäre in der Praxis herrscht. Social Media ermöglicht genau diese Einblicke. Kurze Videos, Interviews mit Mitarbeitenden oder alltägliche Szenen aus dem Behandlungszimmer vermitteln ein Gefühl von Nähe und Transparenz. Ein psychologischer Effekt verstärkt diese Wirkung: Der Mere-Exposure-Effekt besagt, dass Menschen Dinge umso sympathischer finden, je häufiger sie ihnen begegnen. Wenn eine Praxis regelmäßig präsent ist, entsteht ein vertrautes Bild, und die Hemmschwelle sinkt, Kontakt aufzunehmen oder sich zu bewerben.

Was erfolgreiche Praxen anders machen

Praxen, die Social Media erfolgreich nutzen, setzen nicht auf Perfektion. Stattdessen legen sie Wert auf Authentizität und zeigen echte Menschen, echte Situationen und echte Stimmen aus dem Team. Diese Nahbarkeit ist einer der Hauptgründe dafür, dass Videos von Praxen wie Zahnärzte Lehmann, Dr. Klossok oder Dr. Böll regelmäßig hohe Reichweiten erzielen und zahlreiche Rückmeldungen erzeugen. Ein einzelnes kurzes Aufklärungsvideo kann zehntausende oder hunderttausende Aufrufe erreichen. Solche Inhalte ziehen sowohl neue Patienten an, die sich bereits vorab sicherer fühlen, als auch Mitarbeitende, die sich dadurch mit der Praxis identifizieren können.

Social Media als Weg aus dem Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel zwingt Praxen dazu, neue Wege in der Gewinnung von Mitarbeitenden zu gehen. Social Media bietet einen entscheidenden Vorteil: Bewerberinnen und Bewerber können bereits im Vorfeld sehen, wie ein Team arbeitet, wie die Stimmung in der Praxis ist und wie der Umgang miteinander wirkt. Dieser transparente Einblick ersetzt Unsicherheit durch Vertrautheit. Wenn Praxen regelmäßig Einblicke in ihren Alltag geben, entsteht eine Bindung, bevor überhaupt ein Wechselwunsch besteht. Menschen bewerben sich eher dort, wo sie das Gefühl haben, das Team schon zu kennen und zu wissen, was sie erwartet. Genau das führt zu mehr Bewerbungen.

Wie guter Social-Media-Content entsteht

Viele Praxen scheitern an der Umsetzung, obwohl die Grundprinzipien guter Inhalte relativ einfach sind. Ein wirkungsvolles Video braucht ein klares Ziel, eine verständliche Aussage und eine natürliche, unkomplizierte Umsetzung. Komplizierte Skripte oder große technische Produktionen sind nie notwendig für Erfolg. Wichtig ist vielmehr, regelmäßig sichtbar zu werden und Themen so zu erklären, dass sie für Patienten verständlich und für Bewerber relevant sind. Je näher die Inhalte am echten Praxisalltag sind, desto stärker wirken sie.

Sichtbarkeit als langfristiger Wettbewerbsvorteil

Praxen, die Social Media regelmäßig nutzen, verschaffen sich einen deutlichen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern, die online kaum sichtbar sind. Während klassische Anzeigen nur kurzfristig wirken, bleiben Social-Media-Beiträge über lange Zeit auffindbar und werden immer wieder angesehen. Dadurch entsteht eine stabile Präsenz, die direkt Einfluss auf die tatsächlichen Anfragen hat: Mit der Zeit melden sich mehr Patienten bei der Praxis und auch potenzielle Mitarbeitende nehmen sie früher als attraktiven Arbeitgeber wahr. Das Vertrauen wächst bereits online, lange bevor ein erstes persönliches Gespräch stattfindet.

Fazit

Social Media ist heute weit mehr als ein zusätzlicher Marketing-Kanal. Es ist ein Ort, an dem Patienten Vertrauen aufbauen, an dem sich Mitarbeitende orientieren und an dem Praxen ihre Persönlichkeit zeigen und zur Marke werden können. Wer dort sichtbar ist, stärkt seine Position im Wettbewerb, baut langfristige Bekanntheit auf und macht es Menschen leichter, sich für die eigene Praxis zu entscheiden. Sichtbarkeit, Authentizität und Regelmäßigkeit sind die Schlüssel und gehören inzwischen zu den wichtigsten Bausteinen einer modernen Zahnarztpraxis.

Leo McGuire

Leo McGuire

Leo McGuire unterstützt Zahnarzt-, Fachzahnarzt- und Facharztpraxen in den Bereichen Mitarbeitergewinnung, Patientengewinnung und Umsatzsteigerung sowie beim professionellen Einsatz von Social Media. Sein Schwerpunkt liegt darauf, wie Praxen durch klare Positionierung und strukturiertes Praxismanagement ihre wirtschaftliche Grundlage stärken können.

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