Checkliste: Digitalisierung in der Zahnarztpraxis
Marzena SickingWer digitale Prozesse strukturiert einführt, reduziert Fehlerquellen, spart Zeit und steigert die Patientenzufriedenheit. Diese Checkliste hilft Ihnen, die wichtigsten Bereiche Ihrer Praxis digital aufzustellen.
Strategie und Verantwortlichkeiten
Schriftliche Digitalisierungsstrategie vorhanden (Ziele, Prioritäten, Zeitplan)
Verantwortliche Person für „Digitalisierung & IT“ benannt
Zuständigkeiten für Auswahl und Einführung neuer Software/Hardware klar geregelt
Budget für Digitalisierungsprojekte eingeplant
Regelmäßige Überprüfung der Digitalisierungsziele (z. B. im Rahmen von QM‑Besprechungen)
Digitale Praxisorganisation
Terminplanung vollständig digital organisiert
Ressourcenplanung integriert (Behandlungszimmer, Behandler:innen, Assistenz, Geräte)
Online‑Terminvereinbarung eingeführt oder bewusst ausgeschlossen und begründet dokumentiert
Automatische Terminerinnerungen (SMS/E-Mail) eingerichtet und getestet
Standardisierte digitale Workflows für:
Neupatient:innen-Aufnahme
Recall-Management
OP- und Langesitzungs‑Planung
Ausfallmanagement (z. B. Wartelisten)
Digitale Dokumentation und Aktenführung
Patientenkartei vollständig digital oder hybrides System eindeutig geregelt
Anamnesebögen und Einwilligungen digital ausfüllbar (Tablet, Portal, Praxis-PC)
Einheitlicher Standard zur Dateibenennung (Befunde, Fotos, Dokumente) festgelegt
Scan-Prozess für Papierunterlagen definiert (zuständige Person, Ablageort, Qualitätskontrolle)
Aufbewahrungsfristen im digitalen System hinterlegt und berücksichtigt
Zugriffsrechte auf besonders sensible Dokumente (z. B. Gutachten) eingeschränkt
Digitale Patientenkommunikation
Praxiswebsite aktuell (Team, Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt, Impressum, Datenschutz)
SSL‑Verschlüsselung der Website aktiv
Kontaktformulare datenschutzkonform gestaltet (Hinweise, Einwilligung, Speicherdauer)
Recall-Prozesse digital umgesetzt (E-Mail/SMS/Brief) und Einwilligungen dokumentiert
Strategie für Bewertungen und Social Media festgelegt
Standardisierte Textbausteine für:
Terminbestätigung und -erinnerung
Therapieplan-Information
Zahlungserinnerungen
Digitale Workflows in Diagnostik und Therapie
Röntgen- und Bildgebungsgeräte an die Praxissoftware angebunden
Digitale Fotodokumentation in feste Workflows integriert
Befunde, Planungen und Laborunterlagen digital mit der Patientenakte verknüpft
Elektronische Übermittlung an Labore (soweit möglich) etabliert
Digitale Aufklärungs- und Informationsmaterialien (z. B. 3D-Animationen, Tablets) im Alltag nutzbar
Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (DSGVO) um alle digitalen Prozesse ergänzt
Digitale Prozesse im QM‑Handbuch beschrieben
Schulungen des Teams zu neuen digitalen Abläufen regelmäßig und nachweisbar durchgeführt
Auftragsverarbeitungsverträge mit:
Praxissoftware-Anbieter
Cloud‑Diensten (Backup, Terminportale etc.)
IT‑Dienstleistern abgeschlossen und abgelegt
Regionale und individuelle Anforderungen beachten
Diese Checkliste dient der allgemeinen Information. Passen Sie die Punkte noch individuell an Praxisgröße, Spezialisierung und an die Vorgaben Ihrer Kammer, KZV und Aufsichtsbehörden an.