Cost of Poor Quality – die versteckten Kosten im Praxisalltag
Daniela LorbachWas bedeutet Qualität in einer Zahnarztpraxis? Die meisten denken dabei zunächst an hochwertige Materialien, moderne Technik oder erfolgreiche Behandlungen. Aber: Qualität entsteht bereits lange vor dem ersten Handgriff am Patienten – und zwar in den täglichen Abläufen der Praxis.
Genau hier setzt „Cost of Poor Quality” an. Gemeint sind dabei nicht in erster Linie gravierende Fehler, sondern vielmehr die vielen kleinen Unstimmigkeiten im Praxisalltag, die am Ende viel Zeit, Geld und Nerven kosten.
Typische Beispiele aus dem Praxisalltag
Der Patient sitzt bereits im Behandlungszimmer, doch das benötigte Instrument fehlt oder das Material wurde nicht rechtzeitig bestellt. Es entstehen Wartezeiten – und der Terminplan gerät aus den Fugen.
Oder der Heil- und Kostenplan wurde nicht vollständig dokumentiert und muss später aufwendig nachbearbeitet werden.
Jede dieser Situationen kostet vielleicht nur wenige Minuten. Über Wochen und Monate summiert sich daraus ein erheblicher zeitlicher und finanzieller Aufwand.
Die Rolle der Kommunikation
Kommunikation spielt ebenso eine wichtige Rolle. Wird zum Beispiel eine Laborarbeit nicht eindeutig beauftragt oder wichtige Informationen bei der Terminvergabe nicht weitergegeben, sind Rückfragen und Nacharbeiten oft vorprogrammiert. Noch teurer wird es, wenn eine Arbeit neu angefertigt oder ein Patient für eine vermeidbare Korrektur einbestellt werden muss. Neben den direkten Kosten gehen dabei zusätzlich wertvolle Behandlungszeiten verloren.
Aber: Schlechte Qualität wirkt sich nicht nur in finanzieller Hinsicht aus. Häufig steigen auch Stress und Unzufriedenheit im Team. Wenn Mitarbeitende ständig improvisieren müssen, weil Abläufe unklar und Verantwortlichkeiten nicht geklärt sind, leidet die Motivation. Gleichzeitig bemerken auch Patienten, wenn Termine sich verzögern oder Prozesse unorganisiert wirken – selbst wenn die zahnmedizinische Behandlung einwandfrei ist.
Wichtig zu wissen
Viele dieser Kosten lassen sich mit einfachen Maßnahmen reduzieren. Eindeutige Vorgaben für die Vorbereitung der Behandlungszimmer, Checklisten für wiederkehrende Abläufe oder kurze Teambesprechungen unterstützen, Fehler zu vermeiden.
Ebenso wichtig ist eine offene Kultur, in der Probleme angesprochen werden dürfen. Nicht die Frage „Wer war schuld?“ sollte im Mittelpunkt stehen, sondern „Wie können wir verhindern, dass das noch einmal passiert?“
Genau solche Themen gehören in regelmäßige Management-Reviews. Dort werden Abläufe analysiert, Verbesserungsmaßnahmen festgelegt und deren Wirksamkeit überprüft. So entwickelt sich die Praxis kontinuierlich weiter.
Fazit
Qualität kostet nicht – mangelnde Qualität schon. Jede vermiedene Nacharbeit, jede gut vorbereitete Behandlung und jede klare Kommunikation entlasten das Team, sparen Kosten und schaffen Freiräume für das Wesentliche: die Betreuung der Patienten.