Arbeitgeberattraktivität in Zahnarztpraxen: 4 Schritte, die über passende Mitarbeitende entscheiden
Leo McGuireViele Zahnarzt- und Fachzahnarztpraxen suchen dringend qualifizierte Mitarbeitende. Die Stellenanzeigen sind online, das Terminbuch voll – doch passende Bewerbungen bleiben aus. Der Grund liegt meist nicht im Fachkräftemangel allein: Die Praxis ist als Arbeitgeber schlicht nicht sichtbar oder attraktiv genug, um die gewünschten Talente anzuziehen.
1. Stimmung, Teamdynamik & Führungsqualität
Nichts beeinflusst die Arbeitgeberattraktivität so stark wie das tägliche Miteinander. Eine Praxis mit guter Stimmung, wertschätzender Kommunikation und klarer Führung wird automatisch attraktiver, weil Menschen sich dort sicher und eingebunden fühlen.
Wenn die Atmosphäre stimmt und Konflikte zeitnah gelöst werden, entsteht eine Kultur, in der sich Mitarbeitende willkommen fühlen. Das ist der erste Schritt, um als Arbeitgeber überhaupt in Frage zu kommen, denn kein Benefit gleicht schlechte Stimmung oder ungeklärte Spannungen aus.
2. Strukturierte Prozesse
Viele Praxen verlieren Mitarbeitende nicht wegen der Arbeit selbst, sondern wegen der chaotischen Organisation darum herum. Wenn Aufgaben unklar verteilt sind, Verantwortlichkeiten schwammig bleiben oder Abläufe ständig wechseln, entsteht Unzufriedenheit. Menschen benötigen Struktur, um gute Arbeit leisten zu können. Eine Praxis, die zeigt, dass sie organisiert ist, wird automatisch als professioneller Arbeitgeber wahrgenommen und das macht sie attraktiver für leistungsstarke Mitarbeitende, die Wert auf Qualität legen.
3. Gehalt & Perspektive
Wenn Praxen herausfinden möchten, welches Gehalt angemessen ist, sollten drei Dinge die Richtung geben: Was der Markt zahlt, was intern fair ist und wie die Leistung des Mitarbeitenden die Praxis voranbringt.
Mitarbeitende akzeptieren und schätzen Gehaltstrukturen, die nachvollziehbar sind. Wichtig ist, dass niemand das Gefühl bekommt, für dieselbe Leistung schlechter gestellt zu sein als andere oder für höhere Verantwortung nicht angemessen honoriert zu werden. Ebenso entscheidend ist die Perspektive: Menschen möchten wissen, wohin sie sich entwickeln können.
Die attraktivsten Arbeitgeber zeigen klar auf, welche Entwicklungsschritte möglich sind, wie Verantwortung wächst, welche Fortbildungen unterstützt werden und welche Perspektiven realistisch sind. Gehalt alleine gewinnt keine Menschen, aber ein unattraktives oder unstrukturiertes Gehaltsmodell verhindert viele Bewerbungen, bevor sie entstehen.
4. Sichtbarkeit
Selbst die bestorganisierte, freundlichste und fairste Praxis bekommt keine Bewerbungen, wenn niemand von ihr weiß.
Potenzielle Bewerber möchten sehen, wie das Team aussieht, wie der Alltag wirkt und ob die Praxis zu ihren Werten passt. Social Media, eine moderne Karriereseite und authentische Einblicke sind nicht nur „Marketing“, sondern die Voraussetzung dafür, dass Menschen sich einen Eindruck machen können.
Wer sichtbar ist, schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist der Grund, warum sich jemand entscheidet, sich gerade dort zu bewerben und eine Stelle anzunehmen und nicht bei der Praxis zwei Straßen weiter.
Fazit: Arbeitgeberattraktivität entsteht durch Haltung, Struktur und Sichtbarkeit
Ob die passenden Mitarbeiter kommen und bleiben, hängt davon ab, wie attraktiv die Praxis als Arbeitgeber wirkt. Stimmung, Struktur, faire und klare Bezahlung sowie echte Sichtbarkeit entscheiden darüber, ob Bewerber sich für eine Praxis interessieren, sich willkommen fühlen und langfristig bleiben möchten.
Arbeitgeberattraktivität ist kein Glück, sie ist ein Ergebnis. Und jede Praxis kann sie gezielt entwickeln.